Galerie Emanuel Layr
Nick Oberthaler – {…}
29.3.–5.5.2012
29.3. –
5.5.2012

„Langes Schweigen.

Um abzulenken, komme ich wieder auf die Malerei zurück.

Der Akt des Malens, antwortet er, ist weder zu vermeiden noch in irgendeiner Weise zu erklären.

Die sichtbare Welt erschreckt mich. Ich bin ständig auf der Flucht. Nur wenn ich vor der Leinwand stehe, fliehe ich nicht.

Es darf überhaupt kein Vorbild geben.

Am Anfang habe ich lächerliche Bilder gemalt. Ich glaubte, Malen sei das Nachahmen der Bilder, die im Museum hängen.

Sich so ums Leben zu bemühen, daß das ganze Wesen einbezogen ist.

Dann sagte er mir, was in seinem Innersten vorgehe, erscheine ihm so fremd, daß er sich nicht entschließen könne, es den Wörtern anzuvertrauen. Denn in dem Augenblick, wo er das Verlangen habe, es zu formulieren, komme ein derartiges Gefühl von Verrat und Vergeudung in ihm hoch, daß er lieber schweige.

Wörter entstellen.

Nur die Leere und die Welt des Schweigens sind groß.

Und einige Minuten später:

Ist man zum Erhabenen vorgedrungen, kommt das Staunen.

Wir machen uns auf den Heimweg. Als wir wieder den Pont-Neuf überqueren, faßt er mich am Arm und zeigt mit der anderen Hand auf die Seine, die Brücken, die Schönheit dieses Ortes und bedeutet mir stumm, das glanzvolle Licht zu genießen, das in diesen Augenblicken bereits über der Stadt verlischt.“

Charles Juliet, Begegnungen mit Bram van Velde, Tübingen: Heliopolis, 1989, S. 118-119, zuerst frz. Rencontres avec Bram van Velde, Montpellier: Editions Fata Morgana, 1978.